Bahntrassenradeln in Hamm

Veröffentlicht von Walter am

Im Ruhrgebiet gibt es eine Vielzahl von alten Bahntrassen, die aufgrund der Schließung von  Zechen nicht mehr benötigt werden. Auch viele regionale Eisenbahnstrecken wurden stillgelegt. Die noch vorhanden Trassen lassen sich hervorragend in Radwege umgestalten, da sie nur geringe Steigungen und wenige Kurven aufweisen. Im Ruhrgebiet gibt es viele solcher Bahntrassen-Radwege, in Hamm sind mir vier bekannt.

Kleinbahntrasse

Die AG Ruhr-Lippe-Eisenbahnen war ein Verkehrsunternehmen, das ein Netz von Kleinbahnen im Raum Hamm, Werl, Soest und Arnsberg betrieben hat. Da Ende des 19. Jahrhunderts die preußische Staatsbahn nicht bereit war, abseits der Hauptstrecken weitere Gebiete zu erschließen, hat der Kreis Soest die Initiative zum Bau einer Kleinbahn mit einer 100 cm Spur zwischen Soest und Arnsberg entschlossen. Nun erkannte man auch beim Kreis Hamm die Bedeutung des Kleinbahnbaus. Der Kreistag Hamm beschließt 1899 den Bau der Kleinbahnen Hamm – Rhynern – Werl und Hamm – Lippborg – Oestinghausen.

Auf eigene Kosten wird eine schmalspurige Strecke von Hamm Stadt über Rhynern nach Werl gebaut, die dort an die Soester Kreisbahn anschloss. Sie war 16 Kilometer lang und nahm am 1. Februar 1901 den Betrieb auf. 

Eine weitere Strecke wurde über Uentrop nach Lippborg 1904 gelegt, die noch heute erhalten ist und für Güterverkehr nach Uentrop und gelegentlich von den Eisenbahnfreunden Hamm für Fahrten nach Lippborg benutzt wird. Knapp 60 Jahre fuhr der Pengel Anton zwischen Hamm und Werl, der alte Bahnhof in Rhynern ist noch erhalten. Die Kleinbahnstraße in Rhynern erinnert an die Trasse. Am 15.10.1959 wird die Strecke Rhynern – Werl eingestellt und kurz darauf abgebaut, die Strecke von Rhynern nach Hamm wurde am 04. März 1962 eingestellt.

Heute ist die Trasse nur noch zum Teil erhalten, einige Bereiche  in Rhynern wurden überbaut. Auf alten Messtischblättern kann man den Verlauf der Bahnstrecke gut erkennen.

Teile der alten Trasse werden inzwischen als Radweg nach Rhynern benutzt. Zwischen Grünstraße und Werler Straße befindet sich der Radweg neben der Bahntrasse. Ab der Dr.-Loeb-Caldenhof-Str. bis zum Rhynernberg verläuft der Radweg dann auf der Kleinbahntrasse. Danach ist die ursprüngliche Trasse bis zur Kleinbahnstraße überbaut und nicht mehr erkennbar.

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Kohlenbahntrasse

Die Kohlenbahntrasse ist ein ca. 2,2 km langer Geh-/Radweg in Bockum-Hövel zwischen Grundhövelweg und Hammer Straße. Ursprünglich war über die Kohlenbahntrasse die Zeche Radbod an das übergeordnete Eisenbahnnetz angeschlossen.

Die Zeche Radbod wurde von 1905 bis Ende 1990 betrieben. Im Jahr 2000 wurde mit dem Umbau zum Geh-/Radweg begonnen, der zunächst bis zur Gaudenzen Str. führte. Im Jahr 2014 wurde die Unterführung zum Grundhövelweg freigegeben, wodurch die Anbindung an den Bezirk Heessen deutlich verbesserte wurde. Seit 2020 ist die Kohlenbahntrasse zwischen Gaudenzener Weg und Römerstraße beleuchtet, für 2022 ist auch die Beleuchtung des Weges zwischen Römerstraße und Hammer Straße geplant. Damit wäre die gesamte Strecke durchgehend beleuchtet.

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Zechenbahn “Westfalen” nach Ahlen

Die ehemalige Hafenbahn der Zeche Westfalen in Ahlen verband über eine Länge von ca. 8,5 km die Schachtanlagen 1/2, 3 und 4 mit dem werkseigenen Verladehafen am Datteln-Hamm-Kanal. 1935 wurden der Hafen und die Anschlussbahn dorthin fertiggestellt. Im Jahr 2001 wurde der Betrieb der Zeche Westfalen eingestellt.

Ab 2007 erfolgte der Umbau die Trasse zu einem Fahrrad- und Fußweg. Im April 2010 wurde die neu gebaute Brücke über die Lippe, die mit einem aufwändigen Sichtschutz versehen ist, eröffnet und damit die Verbindung zwischen Hamm und Ahlen ermöglicht. 

Der Zechenbahn-Radweg ist als Zubringer von Hamm Teil des Werse-Radweges.

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Alleenradweg

Die Westfälische Emschertalbahn verbindet Welver mit Oberhausen-Sterkrade und verläuft ab Unna durch das Ruhrgebiet. Die zweigleisige Trasse wurde 1876 eröffnet. Im Jahre 1968 wurde der Teil zwischen Unna und Welver stillgelegt, auf dem westlichen Teil fährt heute die S4 zwischen Unna und Lütgendortmund. 

Die Bahnstrecke zwischen der Stadtgrenze Unna und Welver ist zu einem ca. 18 km langen  Radweg umgebaut worden. Der westliche Teil des Alleenradwegs bis Lenningsen, also etwa in der Mitte der Gesamtstrecke, wurde schon in den 1970er Jahren zu einem (nicht asphaltierten) Rad- und Wanderweg. Erst 2015 wurde der gesamte Weg jedoch in moderner Form und heutigem Erscheinungsbild eröffnet. Seitdem ist er durchgehend asphaltiert, hat neue Brücken und Sitz- und Rastmöglichkeiten.

Der gesamte Alleenradweg verläuft ab Illingen durch den Kreis Soest, das Hammer Stadtgebiet und den Kreis Unna. Auf Hammer Gebiet wird zwischen Wambeln und Werler Straße aber nicht die Bahntrasse genutzt, die Route verläuft hier über die Pentlinger Straße direkt neben der Bahntrasse.

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