Traurige Bilanz: Bereits der zweite tödliche Alleinunfall eines Radfahrers in Hamm dieses Jahr

Veröffentlicht von Walter Hupfeld am


Update vom 16. Dezember 2025

Radunfall
Symbolbild (KI generiert)

Es ist eine bedrückende Nachricht, die uns kurz vor Jahresende erreicht: In Hamm hat es erneut einen tödlichen Alleinunfall mit einem Fahrrad gegeben. Damit steigt die Zahl der getöteten Radfahrenden in unserer Stadt in diesem Jahr auf zwei – in beiden Fällen handelte es sich um sogenannte Alleinunfälle.

Dieser Artikel wurde aktualisiert, um die Geschehnisse einzuordnen und die dringende Notwendigkeit einer sicheren Radinfrastruktur – unabhängig von den konkreten Unfallursachen dieser Einzelfälle – zu beleuchten.

Die Fakten zu den Unfällen

Wir trauern um zwei Menschen, die in diesem Jahr ihr Leben auf dem Rad verloren haben. Um Spekulationen vorzubeugen, beschränken wir uns hier strikt auf die von der Polizei veröffentlichten Fakten.

Unfall am 15. Dezember 2025 (Marker Allee)

Am frühen Montagmorgen des 15. Dezember verunglückte ein 51-jähriger Mann aus Hamm tödlich.

  • Ort: Marker Allee, auf dem südlichen Radweg stadtauswärts (Richtung Osten), kurz vor der Einmündung zur Josef-Schlichter-Allee.
  • Zeit: Der Unfall wurde gegen 04:45 Uhr gemeldet.
  • Hergang: Nach polizeilichen Erkenntnissen stürzte der Radfahrer aus bislang ungeklärter Ursache. Es gibt keine Hinweise auf eine Beteiligung anderer Fahrzeuge („Alleinunfall“). Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen verstarb er im Krankenhaus.
  • Quelle: Polizeipräsidium Hamm, Pressemitteilung vom 15.12.2025

Unfall Anfang des Jahres (Januar 2025)

Bereits zu Beginn des Jahres ereignete sich ein ähnlicher tragischer Vorfall, über den ich in der ersten Version dieses Artikels berichtete.


Alleinunfälle: Das unterschätzte Risiko

Während Abbiegeunfälle mit Lkw oder Pkw oft große mediale Aufmerksamkeit erhalten, finden Alleinunfälle häufig im Stillen statt. Die aktuellen tödlichen Unfälle in Hamm rücken dieses Thema schmerzhaft in den Fokus.

Statistische Einordnung

Alleinunfälle machen einen signifikanten Anteil der schwerwiegenden Radunfälle aus. Die offizielle Statistik zeigt oft nur die Spitze des Eisbergs, da viele Stürze ohne Fremdbeteiligung polizeilich gar nicht erfasst werden, sofern kein Rettungswagen gerufen wird.

Tödliche Fahrradunfälle in Hamm (Vergleich):

JahrAnzahl getöteter RadfahrenderBemerkung
20231(Alleinunfall im Sept. 2023, 76-Jähriger)
20241
20252(Stand: 16.12.2025, beides Alleinunfälle)

(Datenbasis: Polizei Hamm / Radwege Hamm Statistiken)

Bundesweiter Trend bei Alleinunfällen:

Untersuchungen der Unfallforschung der Versicherer (UDV) und polizeiliche Daten zeigen bundesweit alarmierende Tendenzen:

  • Etwa jeder dritte tödliche Fahrradunfall ist ein Alleinunfall.
  • Die Dunkelziffer bei Alleinunfällen ist extrem hoch: Experten schätzen, dass bis zu 70% der Alleinunfälle nicht in der offiziellen Statistik auftauchen.

Warum Infrastruktur entscheidend ist

Ohne über die konkreten Ursachen der beiden oben genannten Unfälle zu spekulieren (diese sind Gegenstand polizeilicher Ermittlungen), lässt sich allgemein feststellen: Der Zustand der Radwege spielt bei Alleinunfällen oft eine zentrale Rolle.

Typische Gefahrenquellen für Alleinunfälle sind:

  • Bodenwellen und Wurzelaufbrüche: Besonders bei schlechten Lichtverhältnissen (wie am frühen Morgen) schwer zu erkennen.
  • Glatte Oberflächen: Nasses Laub, Eis oder „Schmierschmutz“ auf schlecht gewarteten Wegen.
  • Kanten und Absätze: Nicht abgesenkte Bordsteine oder plötzlich endende Radwege.
  • Mangelnde Beleuchtung: Viele Radwege in Hamm sind nachts unzureichend ausgeleuchtet.

Fazit und Appell

Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Der Tod des 51-Jährigen und des 85-Jährigen in diesem Jahr mahnt uns, den Blick auch auf die Sicherheit ohne Fremdeinwirkung zu richten. Die „Vision Zero“ – keine Verkehrstoten mehr – muss auch den Schutz vor Alleinunfällen durch fehlerverzeihende Infrastruktur beinhalten.

Was wir tun können:

Meldet Mängel an der Radinfrastruktur konsequent! Wenn ihr Schlaglöcher, Wurzelaufbrüche oder unzureichende Beleuchtung bemerkt, nutzt bitte den Mängelmelder der Stadt Hamm. Nur so wird der Handlungsdruck auf die Verwaltung sichtbar.

👉 Hier Mängel melden: sags.hamm.de

Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Unfallopfer.


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