Unfallbilanz 2025 – keine Vision Zero in Sicht
Am 11. März wurde die Landesunfallbilanz NRW und die kommunalen Unfallzahlen vorgestellt.
Starker Anstieg der getöteten Radfahrenden in NRW
In NRW ist die Zahl der getöteten Rad- und Pedelecfahrenden von 80 Menschen im Jahr 2024 auf 106 Menschen im Jahr 2025 gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 33 %. Statistisch gesehen werden in NRW wöchentlich zwei Radfahrende im Straßenverkehr getötet. Dabei sind rund drei Viertel der Unfälle auf die Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer:innen zurückzuführen. In rund zwei Dritteln der Fälle sind Autofahrer:innen die Hauptverursacher. Gründe sind Vorfahrtsverstöße, Fehler beim Abbiegen oder beim Einfahren in den fließenden Verkehr.
Auch in Hamm mehr verletzte Radfahrende als letzten Jahr
Im Jahr 2025 wurden in Hamm 257 Personen, die mit dem Fahrrad, Pedelec oder E-Scooter unterwegs waren, bei Verkehrsunfällen verletzt. Das sind 48 mehr als 2024, was einem Anstieg von 23,0 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit liegt Hamm über dem Landestrend von +12,3 %.
Die starke Steigerung ist maßgeblich auf die gestiegene Zahl an E-Scooter-Unfällen zurückzuführen, die sich von 47 im Jahr 2024 auf 81 im Jahr 2025 erhöht haben.

Anzahl der im Straßenverkehr verletzten Kinder deutlich gestiegen
Insgesamt ist die Zahl der verletzten Kinder von 55 auf 79 gestiegen, neun Kinder wurden schwer verletzt. Damit wurden 43 % mehr Kinder im Straßenverkehr verletzt als im Jahr 2024.
Betrachtet man die Kinder, die aktiv am Verkehr teilnehmen, so ist in allen Bereichen eine Zunahme zu verzeichnen, besonders deutlich jedoch bei der Nutzung von E-Scootern. Mit 14 Jahren dürfen Kinder E-Scooter fahren, einige tun dies sicherlich auch schon illegal in einem Alter unter 14 Jahren..

Fazit
In Hamm ist die Zahl der Unfälle insgesamt um 7,2 % angestiegen und liegt jetzt bei 6.410. Dabei wurden 733 Personen verletzt. Das sind 16 Personen (2,2 %) mehr als 2024. Laut Angaben der Polizei starben dabei fünf Menschen. Bei den Zweirädern gab es mehr Unfälle mit Pedelecs (+25) und E-Scootern (+34). Auch Kinder sind deutlich häufiger im Verkehr verletzt worden. Hier gab es eine Zunahme um 43 %, die teilweise auch auf E-Scooter zurückzuführen ist.
Die Zunahme der Zahl der Verletzten und Getöteten im Straßenverkehr darf von Gesellschaft und Politik nicht hingenommen werden.
Die Unfallzahlen der Radfahrenden sind alarmierend und erfordern sofortiges Handeln aller Beteiligten. Der ADFC fordert, dass die Verkehrspolitik und die Verkehrspolizei die gestiegenen Zahlen zum Anlass nehmen, ihre Arbeit im Sinne der Vision Zero konsequent am Schutz der ungeschützten Verkehrsteilnehmer:innen auszurichten. Benötigt werden ein sicheres und durchgängiges Radwegenetz, ein geringeres Verkehrstempo und sichere Kreuzungen. Zudem sind gezielte Kontrollmaßnahmen der Polizei zwingend notwendig, um beispielsweise sicherzustellen, dass sichere Überholabstände und Geschwindigkeiten eingehalten werden.
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