Eichstedtstraße – Schutzstreifen ohne Schutz (Reaktion der Stadt Hamm)

Die Situtation in der Eichstedtstraße habe ich schon in einem Blogbeitrag ausführlich beschrieben. Bündnis 90/Die Grünen haben in der Bezirksvertretung Bockum-Höver einen entsprechenden Antrag gestellt mit der Forderung, die Schutzstreifen in der Eichstedtstraße zu enfernen.

Inzwischen hat dei Stadtverwaltung dazu Stellung genommen.

Schutzstreifen in der Eichstedtstraße

Stellungnahme der Verwaltung:

Der Antrag ist für die Verwaltung nachvollziehbar. Eine kurzfristige Umsetzung ist jedoch nicht möglich. Die bestehenden Markierungen müssten aufwendig demarkiert werden. Das Überstreichen mit schwarzer Farbe ergäbe Phantommarkierungen, die irritierend wirken. Das Ausfräsen der Markierungen hätte erhebliche Unebenheiten zur Folge.

Am besten wäre die Maßnahme im Rahmen einer vollständigen Fahrbahnsanierung durchzuführen. Auch die Straßeneinläufe würden dadurch wieder in Stand gesetzt. Für eine vollständige Fahrbahnsanierung stehen jedochzurzeit keine Haushaltmittel zur Verfügung. Eine Deckensanierung ist für die nächsten Jahre nicht vorgesehen, gleichwohl wird die Maßnahme zum nächsten Haushaltsplan angemeldet.

Aus o. g. Gründen ist beabsichtigt, hier als wirtschaftlichste und sinnvollste Lösung die bestehenden Markierungen verblassen zu lassen und nicht wieder zu erneuern. Da der Radfahrer sowieso in den Bereich der Markierung fährt, ergibt sich für ihn keine Verschlechterung, wenn die Markierung zunächst nicht demarkiert wird.

Stellungnahme der Verwaltung zum Antrag an die Bezirksvertretung Bockum-Hövel

Die Stadt Hamm wählt also die kostengünstigste Variante und unternimmt aktuell überhaupt nichts, wie so oft bei der Pfelge und Weiterentwicklung der bestehenden Radwegeinfrastruktur.

Vor allem der letzte Satz in der Begründung verdeutlicht, dass die Verwaltung nur die Sicht der Autofahrer hat. Für Radfahrer würde sich sehr wohl etwas ändern, weil der Schutzsreifen häufig dazu führt, dass der Mindesabstand von 1,50 m nicht eingehalten wird.

Für mich ist der Mischverkehr von Radfahreren bei Tempo 30 nicht die erste Wahl, weil die Eichstedtstraße mit einem Verkehrsaufkommen von ca. 7000 PKW/Tag recht stark befahren ist. Besser wäre ein Radweg mit entsprechendem Abstand zu parkenden Autos und falls das aufgrund der Breite des Straße nicht möglich ist, ein normgerechter Schutzstreifen mit 50 cm Abstand zu parkenden Autos und einer Breite von 1,50 m.

Abwohl die Stadt im Moment eine größeren Betrag in die Hand nimmt, um kaputte Radwege zu sarnieren (WA-Artikel vom 14.03.2020), reicht das bei weitem nicht aus, den Rückstau an Sanierungsmaßnahmen zu bewältigen. Der ADFC fordert von den Kommunen, jedes Jahr 30 € pro Einwohner für Radwege zu investieren, davon ist Hamm sehr weit entfernt.

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