Ausbau der Fangstraße in Pelkum

Veröffentlicht von admin am

Mitte Dezember 2020 hat der Rat der Stadt Hamm die Erneuerung der Fangstraße beschlossen. Die Fangstraße stellt die direkte Verbindung zwischen Pelkum und Herringen dar und wird laut Verkehrsbericht von 2018 täglich von 9000 PKW befahren bei einem LKW-Anteil von 12 %. Die Fangstraße gehört damit nach der Kamener Straße zu der am meisten befahrenen Straße in Pelkum.

Schutzstreifen regelkonform aufgelöst

Für das Fahrrad gibt es zur Fangstraße keine gute Alternative. Eine Ausschilderung für Radfahrende für den Weg von Pelkum nach Herringen über die Goerstraße, die von der CDU-Fraktion Februar 21 beantragt wurde, hat die Bezirksvertretung abgelehnt.

Der Ausbau der Fangstraße hätte wirklich die Chance geboten, hier auch für Radfahrende eine gute Verbindung zwischen Pelkum und Herringen zu schaffen. Die Notwendigkeit hierfür wird im Antrag (s.u.) selber sachgerecht formuliert. Die Umsetzung ist aus meiner Sicht aber untauglich.

Es wird zwar eine Neuaufteilung des Straßenquerschnitts vorgenommen, aber statt eines baulichen Radwegs oder eines Radstreifens setzt man auf Schutzstreifen. 

Der ADFC gibt folgende Einschätzung zu Schutzstreifen:

Schutzstreifen erfüllen aus Sicht des ADFC nicht die Anforderungen an eine Radverkehrsinfrastruktur, auf der Menschen aller Altersgruppen und Nutzertypen zügig, sicher und komfortabel Rad fahren können. Sie sind der Ausnahmefall, wenn bauliche Radverkehrsanlagen oder Radfahrstreifen tatsächlich nicht umsetzbar sind – und dann auch nur als vorübergehende Lösung, bis eine zufriedenstellende Lösung umgesetzt werden kann. Die in der ERA vorgeschlagenen Mindestbreiten und Sicherheitszonen hin zum ruhenden Verkehr sind völlig unzureichend.

https://radwege-hamm.de/dokuwiki/lib/exe/fetch.php?media=adfc_radverkehr_infrastruktur_2019_sw_web.pdf

Der Schutzstreifen endet vor der Kreuzung

Der absolute Hammer bei der Planung ist allerdings, dass der Schutzstreifen vor der Kreuzung zur Kamener Straße einfach wegfällt. D.h. sowohl in Richtung Kamener Straße als auch von der Kamener Straße Richtung Herringen fehlt ein Schutzstreifen für ein Strecke von ca. 60 m (s. Plan), Radfahrende fahren im Mischverkehr mit Autos und LKWs vorbei an parkenden Autos. Hier entlang könnte man kein Kind ruhigen Gewissens mit dem Fahrrad zur Schule fahren lassen. Die Formulierung im Beschluss lautet, der Angebotsstreifen wird regelkonform aufgelöst. 

Mehrzweckstreifen mit parkenden Autos

Zwischen der Brücke der Zechenbahn und Herringen gibt es ebenfalls keinen Radweg, sondern einen Mehrzweckstreifen. Da es aber kein Halte- oder Parkverbot gibt, wird der Mehrzweckstreifen auch zum Parken benutzt. Radfahrer müssen sich in diesem Fall auf die Fahrbahn einordnen, was nicht ungefährlich ist. 

Leider hat es die Stadt Hamm beim Ausbau der Fangstraße verpasst, eine fahrradfreundliche Lösung für die Verbindung zwischen Hamm und Herringen zu schaffen. So wird das nichts mit einer Verkehrswende für Hamm.

Auszug aus dem Beschluss des Rats

“Als Gründungsmitglied der AGFS fördert die Stadt Hamm seit Jahrzehnten den Ausbau des Radverkehrsnetzes. Im Zuge der Fahrbahnerneuerung soll die Gelegenheit genutzt werden, einen weiteren Straßenabschnitt mit besserer Berücksichtigung des Radverkehrs umzugestalten. Dieses Ziel entspricht ebenfalls dem im kommunalen Klimaaktionsplan (Beschlussvorlage 2007/19) geforderten Ausbau des Radverkehrswegenetzes. Die Fangstraße (L 881) dient, in Verbindung mit der Straße Zum Torksfeld, als Zubringer der Radfahrer zum landesweiten Radverkehrsnetz entlang des Datteln-Hamm Kanals, über welches ebenfalls die Römer-Lippe-Route und die Landesgartenschau-Route verläuft. Später wird hier der RS1 geführt.In Herringen, vom Knoten Fangstraße –Holzstraße bis Ortsausgang Herringen wurde bei einer Erneuerungsmaßnahme bereits die Gelegenheit zur Ummarkierung mit Angebotsstreifen für Radfahrer genutzt. Auf der freien Strecke zwischen Herringen und Wiescherhöfen wird der Radverkehr über die vorhandenen Mehrzweckstreifen gesichert geführt. Es bietet sich an, die Erneuerung des Abschnittes Ortseingang Wiescherhöfen bis Kamener Straße ebenfalls für den Radverkehr umzugestalten. Dadurch wird eine Verbindung Pelkum Herringen für den Radverkehr weiter aufgewertet.”

Auszug aus der Planung

Die zukünftige Querschnittsaufteilung stellt sich wie folgt dar:

  • 2,00 m Gehweg
  • 2,00 m Parkstreifen
  • 0,50 m Sicherheitsstreifen
  • 1,50 m Angebotsstreifen für Radfahrer
  • Ca. 5,40 –5,50 m Fahrbahn
  • 1,50 m Angebotsstreifen für Radfahrer
  • 2,00 m Gehweg

Trotz Anlage der Schutzstreifen verbleibt eine Fahrbahnbreite von ca. 5,40 –5,50 m (Mindestbreite gem. Richtlinie 4,50 m), welche das erlaubte Überfahren der Angebotsstreifen durch KFZ bei Begegnungsverkehr erheblich reduziert. 

Am Ausbauanfang (Ortsausgang) wird der Radfahrer, von Norden kommend, vom Mehrzweckstreifen in den Angebotsstreifen übergeleitet. Im Bereich des Brückenbauwerkes der Zechenbahn verschwenkt die Fahrbahn und der Parkstreifen wechselt die Fahrbahnseite. Vor dem Kreuzungsbereich mit der Kamener Straße wird der Angebotsstreifen regelkonform aufgelöst. Parallel der Kamener Straße gibt es weiterführende gesicherte Radverkehrsanlagen.


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