Drei neue Pläne für die Radhauptrouten
Im Ratssytem der Stadt Hamm wurden drei Beschlussvorlagen für den weiteren Ausbau der Radhauptrouten veröffentlicht. Ziel der Verwaltung ist es, die beschilderten Radhauptrouten in alle Stadtbezirke sukzessive zu optimieren, um den Radverkehr attraktiver zu gestalten, CO2-Emissionen zu senken und den motorisierten Verkehr zu reduzieren. Mit drei neuen Beschlussvorlagen stehen nun weitere Teilstücke an der Werler Straße, der Grünstraße und dem Biberweg vor dem Ausbau.
1. Werler Straße / Ostdorfstraße (Hauptroute Rhynern)
Im Zuge des Neubaus des Autobahnamtes an der Ostdorfstraße wird die Rad-Infrastruktur im angrenzenden Kreuzungsbereich grundlegend modernisiert. Dieser Abschnitt stellt einen wesentlichen Bestandteil der Hauptroute nach Rhynern dar.
- Werler Straße (Westseite): Auf einer Länge von rund 209 Metern wird ein getrennter Geh- und Beidrichtungsradweg angelegt. Der Radweg erhält eine komfortable Breite von 3,0 Metern. Um die Sicherheit auf der stark befahrenen Straße zu erhöhen, trennt ein 75 cm breiter Sicherheitstrennstreifen den Radweg von der Fahrbahn.
- Ostdorfstraße (Nordseite): Zwischen dem neuen Verwaltungsgebäude und der Fahrbahn wird auf einer Länge von 71 Metern ein 4,25 Meter breiter, gemeinsamer Geh- und Radweg gebaut, der ebenfalls durch einen 75 cm breiten Sicherheitstrennstreifen von der Straße abgegrenzt wird. Perspektivisch ist nach einem weiteren Grunderwerb geplant, diesen gemeinsamen Weg bis zur Straße „Am Südbad“ fortzuführen, um eine lückenlose Nordverbindung zu schaffen.
- Weitere Maßnahmen: Der angrenzende Knotenpunkt (Werler Straße / Ostdorfstraße / Dr.-Loeb-Caldenhof-Straße) wird barrierefrei angepasst und die Ampelanlage entsprechend umprogrammiert. Zudem wird eine marode Grabenverrohrung unter dem Weg saniert.

2. Grünstraße (Hauptroute Rhynern)
Die Grünstraße dient als zentrale Erschließung für Wohngebiete, Gewerbe, soziale Einrichtungen sowie Freizeitziele wie den Tier- und Kletterpark. Zwischen der Richard-Wagner-Straße und dem Tierpark wird auf einer Länge von etwa 1 Kilometer eine neue Fahrradstraße eingerichtet.
- Art der Führung: Der Radverkehr wird hier künftig bevorzugt direkt auf der Fahrbahn geführt. Der bisher auf der Westseite vorhandene, nicht benutzungspflichtige Radweg wird vollständig als reiner Gehweg ausgewiesen. Die Fahrradstraße erhält eine Fahrgassenbreite von mindestens 3,9 Metern. Zu den bestehenden Längs- und Senkrechtparkplätzen werden Sicherheitstrennstreifen von 0,75 bis 1,00 Metern markiert, um Unfälle durch öffnende Autotüren zu verhindern.
- Optische Gestaltung: Auf eine vollflächige Roteinfärbung wird aus Kosten- und Unterhaltungsgründen verzichtet. Stattdessen wird die Fahrgasse mit weißen Begleitlinien abgetrennt. Rote Farbbänder mit dem entsprechenden Verkehrszeichen markieren den Beginn, das Ende sowie Knotenpunkte der Fahrradstraße. Piktogrammketten („Radverkehr“) auf dem Asphalt verdeutlichen den Netzzusammenhang.
- Bushaltestelle „Tierpark/Grünstraße“: Im Zuge der Maßnahme wird die Bushaltestelle barrierefrei umgebaut. Sie erhält einen 18 cm hohen Kasseler Sonderbord, der einen stufenlosen Einstieg in den Bus ermöglicht. Da die Haltestelle ausschließlich als Ausstieg dient, ist keine Wartehalle erforderlich.
3. Biberweg / Geh- und Radweg „Hammerkamp“ (Hauptroute Uentrop)
Dieses Vorhaben betrifft den Abzweig Werries der Hauptroute Uentrop und bildet das entscheidende Bindeglied zur geplanten „Grünen Umweltachse“. Es verbindet den Biberweg durch eine Grünanlage bis zur Rampe an der Ostwennemarstraße.
- Art der Führung: Bei dieser Verbindung handelt es sich um einen gemeinsamen Geh- und Radweg.
- Infrastruktur-Upgrade: Der rund 450 Meter lange bestehende Weg sowie ein weiterer 90 Meter langer, geschotterter Teilabschnitt werden komplett modernisiert. Die bisherige wassergebundene bzw. geschotterte Oberfläche wird durch eine durchgehende, 3,0 Meter breite Asphaltierung ersetzt. Das erhöht den Fahrkomfort, verbessert die Sicherheit und senkt langfristig die Unterhaltungskosten.
- Beleuchtung und Ökologie: Der gesamte Weg wird neu und richtlinienkonform mit einer umweltschonenden LED-Beleuchtung ausgestattet. Die Leuchten auf 5 Metern Höhe besitzen eine spezielle Radwegeoptik, um das Licht präzise zu lenken und die Tierwelt so wenig wie möglich zu stören. Da das Projekt einen Eingriff in die Grünanlage darstellt, sind ökologische Ausgleichsmaßnahmen wie Anpflanzungen von Bäumen und Feldgehölzen südlich des Kanals fest eingeplant.
Mit diesen aufeinander abgestimmten Plänen schließt die Stadt Hamm wichtige Lücken in ihrem Radwegenetz und sorgt für spürbar mehr Komfort im Alltag.

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