Ergebnisse des ADFC-Ideenmelders 2020

In der Zeit vom 11. Mai bis zum 31.07.2020 hat der ADFC Kreisverband Hamm die Bevölkerung nach Vorschlägen zur Verbesserung des Rad- und Fußverkehrs befragt. Dazu wurde im Web der ADFC-Ideenmelder angeboten, bei dem interaktiv auf einer Karte von Hamm Texteinträge vorgenommen werden konnten. Eine Auswertung der Eingaben ist jetzt im PDF-Format verfügbar.

ADFC-Ideenmelder

Insgesamt verlief das Projekt sehr erfolgreich, es wurden im Zeitraum der Eingabe 396 Einträge vorgenommen. Alle Eingaben waren inhaltlich konstruktiv und boten vernünftige Vorschläge und Anregungen zur Verbesserung der Radwegeinfrastruktur in Hamm. 80 % der Vorschläge erfolgten im Bereich Radverkehr, die restlichen 20 % verteilten sich nahezu gleichmäßig auf Fußverkehr und den Öffentlichen Nahverkehr.

VerkehrsartAnzahl der Einträge
Bus und Bahn35
Fußverkehr41
Radverkehr320
Gesamt396
Einträge nach Verkehrsarten

Für sämtlich Stadtbezirke gab es Meldungen mit einem Schwerpunkt auf die Postleitzahl 59065. Die Verteilung wird deutlich bei der Zuordnung der Einträge zu den Postleitzahlen.

PLZAnzahl Einträge Radverkehr
5906334
59065107
5906732
5906924
5907133
5907321
5907543
5907723
Gesamt316

Während der Eingabe konnten weitere Kategorien markiert werden. Da die Webapplikation erst im Verlauf des Eingabezeitraums um diese Möglichkeit erweitert wurde, sind einige Zuordnungen nachträglich erfolgt.

Die zusätzlichen Auswahlmöglichkeiten entspricht Mängelkategorien, wie sie aus den Vorgaben für den Radwegebau ERA 2000 abgeleitet werden können.

Außerdem wurden noch die beiden Kategorien Leihräder und Ampelspiegel mit aufgenommen.

Ampelspiegel zur Vermeidung von Rechtsabbiegeunfällen sind nach Auffassung des ADFC nur bedingt wirksam. Besser ist es mit getrennten Ampelphasen für Fußgänger und Radfahrer oder durch bauliche Maßnahmen Kreuzungen sicherer zu machen, z.B. in durch die in der Niederlanden entwickelten geschützten Kreuzungen.

Die folgende Auswertung beschränkt sich auf die Einträge zum Radverkehr. Die Einträge zum Fußverkehr beinhalten häufig diskriminierende Ampelschaltung, zugeparkte Gehwege, Aufwertung von Parkanlagen (Ahsepark, Nordring) oder das Gefühl von Unsicherheit (Nordring, Westausgang Bahnhof).

Die Vorschläge zum Öffentlichen Nahverkehr werden gesondert ausgewertet.

MangelAnzahl
Abrupt endender Radweg2
Ampelspiegel installieren5
Buckelpiste10
Falschparker2
Fehlende Abstellmöglichkeiten9
Fehlende Radwege9
Fehlender Abstellbereich3
Fehlender taktiler Sicherheitstrennstreifen1
Gehweg/Fahrräder frei1
Hindernisse auf Radwegen15
Keine Angabe150
Mangelhafte Radwegmarkierung/-kennzeichnung7
Probleme beim Abbiegen2
Station für Leihräder55
Ungenügende Ampelschaltung18
Ungenügende Bordsteinabsenkung3
Ungenügende Wegbreite/Engstellen13
Ungenügender Sicherheitsabstand1
Unklare Radwegsituation4
Unsichere/fehlende Querungsmöglichkeit10
Gesamt320

Leihräder

Auffallend häufig werden neue Stationen für Leihräder gewünscht. Insgesamt wurde dieser Punkt 53 mal aufgeführt. Die Anforderung nach weiteren Standorte für Leihräder zieht sich dabei über das gesamte Stadtgebiet.

Laut Website von metropolrad gibt es derzeit lediglich sechs Standorte für Leihräder zwischen dem HSHL Campus, dem Maximare, Rathaus und Bahnhof. Gewünscht werde weitere Leihstationen in den Stadtteilen. Hier sollten sich unter Umständen die Stadtverwaltung bzw. die Stadtwerke als Betreiber des Öffentlichen Nahverkehrs konzeptionell beteiligen. Der Bedarf für mehr Leihräder in Hamm scheint vorhanden zu sein.

Umlaufsperren und Hindernisse auf Radwegen

Das Thema Umlaufsperren taucht häufig in den Einträgen im Ideenmelder auf. Umlaufsperren sind in Hamm an vielen Radwegen vor der Überquerung von KFZ-Straßen montiert. In der Regel sind diese Sperren so eng, dass eine Durchfahrt mit einem Lastenrad oder einem Fahrradanhänger kaum möglich ist.

Daher fordert der ADFC konsequent auf den Einsatz von Umlaufsperren zu verzichten oder diese so umzubauen, dass sie auch für Lastenräder benutzbar sind. Vor allen auf den Hauptrouten in die Stadtteile z.B. nach Rhynern sollten die Umlaufsperren möglichst bald entfernt werden.

Einträge im Ideenmelder zum Hindernissen auf Radwegen

Abstellmöglichkeiten für Fahrräder

Fehlende Abstellmöglichkeiten für Fahrräder wurden vor allem im Bereich von Hamm-Mitte genannt. Das Problem ergibt sich vor und hinter dem Bahnhof, aber auch am Anfang der Fußgängerzone am Westentor, wo sich nur zwei Fahrradständer befinden. Auch in der Südstadt gibt es aufgrund des beengten Raumes eine Reihe von Problemen, die wiederholt im Ideenmelder genannt wurden. Mehrere Einträge beziehen sich dabei auch auf fehlende Abstellmöglichkeiten für Fahrräder im Bereich Goethestraße/Alleestraße.

Einräge im Ideenmelder mit fehlenden Abstellmöglichkeiten

Ampelschaltungen/Bettelampeln

An vielen Stellen fühlen sich Radfahrende durch ungünstige Ampelschaltungen gegängelt. Konkret wurden im Bereich Rhynern die Kreuzung Werler Straße/Unnaer Straße und Werler Straße/Dr.-Loeb-Caldenhof-Straße genannt, aber auch die Kreuzung an der Wilhelmstraße, am Bockumer Weg, an der Hammer Straße, an der Alleestraße und Goethestraße. Besonders häufig wird auf die Kreuzung Richard-Matthaei-Platz/ Hafenstraße hingewiesen, die als Teil des offiziellen Radwegenetzes ausgeschildert ist und im schlimmsten Fall zwei bis drei komplette Ampelphasen benötigt, um sie überqueren zu können. „Die Ampelschaltung für Radfahrer*innen führt dazu, dass mindestens drei Zwischenstopps beim Geradeausfahren eingelegt werden müssen.„

Häufig müssen Radfahrer und Fußgänger nach Grünanforderung länger als eine komplette Ampelphase warten.

In Soest gibt es Ampeln, die für Fahrradfahrer automatisch auf grün springen, während in Hamm häufig die Ampel nach Anforderung noch eine ganze Weile auf rot seht bevor sie umschaltet. Hier sollte die Stadt konsequent die Situation für Radfahrende verbessern und die Ampelschaltungen optimieren.

Hinweise auf diskriminierende Ampelschaltungen

Unsichere oder fehlende Überquerungsmöglichkeiten

Ein mehrfach genannter Vorschlag ist die Einrichtung oder der Ausbau von Überquerungshilfen an Hauptverkehrs­wegen.

Im Westen führt der viel befahrene Radweg R6 (Urnenfeldstraße) über die Dortmunder Straße.

Ein weitere Überquerungshilfe wird an der Kreuzung Römerstaße/Barkerfeld gewünscht.

An einigen Stellen wird eine deutlichere Markierung z.B. durch gestrichelte Linien gewünscht, wenn ein Radweg eine Straße quert. Ein Beispiel ist die Überquerung Fahrradpromenade über die Marker Allee und die Ostenallee.

Einträge für Überquerungshilfen

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